Der Stammbaum der Familie ter Haseborg
Die Reise unserer Familie durch die Zeit.
Menne Wiardes ter Haseborg
Als Menne thor Haseborgh
etwa 1524 geboren wurde, war die Welt in die er hineinwuchs, alles andere als ruhig.
Ob er auf der Haseborg zur Welt kam oder anderswo, entzieht sich unserem sicheren Wissen.
Im späteren Leben verlieh er sich den Namenszusatz „thor Haseborg“,
ein bewusster Hinweis auf Herkunft und Anspruch, der eine enge Verbindung zur Haseborg mehr als wahrscheinlich erscheinen lässt.
Die Zeit, in der er und seine Familie lebten, war von zahlreichen Unruhen und Gewalt geprägt.
Weener lag an einer empfindlichen Grenzregion: im Westen die Niederlande und im Süden das Bistum Münster. Diese Lage führte dazu,
dass das Rheiderland vom 15. bis ins späte 17. Jahrhundert mehrfach Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen war,
unter denen der Ort und die umliegenden Dörfer schwer zu leiden hatten.
Truppen zogen plündernd durch das Rheiderland, Schlachten wurden geschlagen und Menschen wurden in Angst und Schrecken versetzt.
Als wäre dies nicht genug, bedrohten wiederkehrende Sturmfluten das Land und raubten der Bevölkerung ihre Existenzgrundlagen.
Trotz dieser widrigen Umstände tritt Menne thor Haseborgh ungewöhnlich deutlich aus dem Schatten der Geschichte hervor.
Über Menne wissen wir vergleichsweise viel,
da er als prominente Persönlichkeit seiner Zeit in zahlreichen Urkunden erscheint:
als Beistand, Zeuge oder Vormund, als Prozessbeteiligter, beim Kauf von Land oder bei Flurbereinigungen
sowie Resterbe im Rahmen des Näherkaufsrechts (Vorkaufsrechts) an die Verwandten abgebend.
Diese Spuren zeichnen das Bild eines Mannes, der nicht nur Zeuge seiner Epoche war, sondern sie aktiv mitgestaltete.
Über seine Eltern ist leider nicht viel bekannt, da sein Vater in den Quellen nicht mit vollem Namen in Erscheinung trat, sondern lediglich als
„Kleine Wihardt“
bezeichnet wurde.
Häufig wurde angenommen, Menne sei der Sohn von
Wiard Siwken
und Anna Teden.
Neuere Forschungen haben diese Annahme jedoch widerlegt, denn eine solche Ehe hat nachweislich nie bestanden.
Mennes Mutter
Anna Mennes
(der Name Teden wurde ihr offenbar erst später zugeschrieben) ging im Jahr 1535 eine zweite Ehe mit
Otto Vlaßkoper ein.
Wiard Siwken urkundet jedoch noch im Jahr 1562 in Weener und scheidet damit als Ehemann der
Anna Mennes sowie als Vater von Menno und seinen Schwestern
Grete und
Asse
aus.
Wer Mennes Vater tatsächlich war, bleibt somit weitgehend unbekannt - nicht aber seine Stellung.
„Kleine Wihardt“ muss ein sehr wohlhabender Mann gewesen sein.
Er vererbte all seine Güter, Häuser, Warfen und Ländereien an seine drei Kinder
Menne, Grete und Asse (Rep. 101 201, 202).
Im Alter von etwa elf Jahren erhielt Menne einen Stiefvater.
Meister Otto Vlaßkoper, der nun an die Seite seiner Mutter trat, war Rentmeister und stammte aus einer angesehenen Emder Familie.
Die Bezeichnung „Meester“ bzw. „Mester“ war in Norddeutschland und den Niederlanden eine Anrede für Personen,
die auf einem bestimmten Gebiet ein hohes Bildungsniveau erreicht hatten.
In den Jahren 1539, 1544 und 1547 wurde Otto als „Huusschriever“ zu Leerorth genannt (Rep. 241 A 115 und Rep. 234 3 S. 509).
Aus der zweiten Ehe seiner Mutter gingen noch zwei weitere Kinder hervor: die Tochter
Moetke,
und der Sohn,
Wibben.
Annas Testament erlaubt einen Einblick in das materielle Leben der Familie.
Sie besaß ein Haus in Leer mit dem Namen „Tempell“, das sie den Kindern aus zweiter Ehe vermachte.
Hinzu kamen Schmuck, Kleidung, einer „Gordel“ (Gurt/Gürtel), zwei Kühe sowie einige Grasen Land.
Ihr Enkel Ryner
erhielt eine Warf auf dem Außendeich, Wibben erbte einen Herd zu Jemgum.
Im Jahr 1601 klagte Menne vor dem Reichskammergericht gegen seine Nichten und Neffen
Johann,
Otto und
Gayke Wibben
auf Herausgabe des Herdes in Jemgum,
der nach seiner Aussage ursprünglich aus dem Besitz von „Kleine Wihardt“ stammte (Rep. 101 512, 513).
Der Erbschaftsstreit zog sich über Jahre hin und endete erst am 18. März 1611 mit einem Vergleich:
Henrich von Hovels
erhielt zwei Häuser in Emden, Johan Wibben wurde mit 100 Talern abgefunden und
Bruder Otto erhielt schließlich die umstrittenen Güter in Jemgum (Rep. 1 1154).
Im Jahr 1570 trat Menne in den Quellen mit der Bezeichnung "Hoopmann" hervor.
Zu diesem Zeitpunkt ist er etwa Mitte vierzig.
Vier Jahre später, 1574, erschien er als Zeuge vor dem Reichskammergericht.
Dort beschrieb er sich selbst als Hausmann (dazu an anderer Stelle mehr), schätzte sein Alter auf ungefähr fünfzig Jahre
und bezifferte sein Vermögen auf vier- bis fünftausend Gulden (Rep. 101 22).
Diese Angaben lassen keinen Zweifel daran, dass Menne zu den wohlhabenden und einflussreichen Männern seiner Region gehörte.
Den Höhepunkt seiner öffentlichen Laufbahn erreichte Menne wohl spätestens im Jahr 1590, als er das Kommando über die Festung Stickhausen inne hatte.
Die Burg lag strategisch günstig direkt an der Jümme, nahe der Leda.
Beide Flüsse bildeten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit bedeutende Verkehrs- und Handelsadern.
Stickhausen war damit weit mehr als ein befestigter Ort: Es war ein Schlüsselpunkt zur Sicherung Ostfrieslands gegen feindliche Vorstöße aus dem Osten und Süden.
Ursprünglich bestand die Burg aus einem steinernen Haupthaus, das von einem Wassergraben umgeben war.
Eine Vorburg mit Torbau und Wirtschaftsgebäuden ergänzte die Anlage.
Zum Schutz war die gesamte Anlage mit Wällen sowie einem zweiten Graben umgeben.
Bereits um 1498 hatte Graf Edzard I. den noch heute erhaltenen Rundturm errichten lassen.
Nach der Reformation erfuhr die Burg eine weitere Modernisierung: Gräfin Anna ließ 1558 eine Geschützplattform in der Art der polygonalen Bastionen errichten,
den sogenannten Dwenger oder Zwinger.
Weitere Bautätigkeiten sind durch Graf Johann II. bezeugt, der auf der Burg im Jahre 1591 verstarb 4
Als Kommandant dieser Festung trug Menne thor Haseborgh Verantwortung für einen wichtigen militärischen Stützpunkt Ostfrieslands.

Quelle: www.burgrekonstruktion.de

Quelle: https://burgstickhausen.de
Vor dem Jahr 1557 ging Menne eine Ehe mit
Etta Haykens Crumminga tho Middelstum
(1530-1616) ein. Mit der Ehe verbanden sich Besitz, Bildung und sozialer Rang.
Etta war die einzige Tochter aus der kurzen zweiten Ehe ihrer Mutter
Tyacke von Aylingawerum
mit
Mester Hayko Sybens.
Ihr Vater Mester Hayko war von Beruf 'Med. practicus'.
Die Berufsbezeichnung lässt vermuten, dass Hayke Sybens ein medizinisches Studium absolvierte, jedoch keinen Doktorgrad erreichte.
Mester Haye und Tyake scheinen kurze Zeit in Emden gewohnt zu haben, wo im Jahr 1530 auch ihre Tochter Etta geboren wurde.
Hausbesitz in der aufstrebenden Handelsstadt Emden war für eine wohlhabende Familie aus dem Rheiderland keineswegs ungewöhnlich.
Den Emder Kontraktenprotokollen zufolge erbte Tyacke
dort ein Haus von ihrer Mutter Etta.
Tyacke stammt gebürtig von dem adligfreien Gut Aylingewehr.
Adlig frei oder rossdienstpflichtige Güter mussten bei Freuden- oder Trauerfällen Ritterdienste leisten und mit 1 oder 2 Pferden bei Hof erscheinen.
Im Gegenzug waren sie von bäuerlichen oder bürgerlichen Abgaben befreit.
Diese Freiheiten waren nicht an eine Person oder einen Herd gebunden, sondern allein der Grund und Boden bzw. eine Parzelle war adlig frei.
Familien dieses Standes gehörten zwar nicht zu den Häuptlingen, nahmen jedoch eine gehobene bäuerliche Stellung ein.
Die Warf Aylingewer lag, zusammen mit Coldeborg und Boomborg, südlich von Hatzum im Rheiderland am Heerweg nach Jemgum.
Tyacke war Erbin umfangreicher Besitzungen: zu Aylingewer, Stapelmoor, Hatzum, Wischenborg und Miterbin vom Bunder Steenhues.
Das Steinhaus Bunderhee ist eine der ältesten erhaltenen Burgen Ostfrieslands.
Die dreigeschossige Turmburg aus dem 14. Jahrhundert diente einst als Häuptlingssitz und ist in ihrer Grundsubstanz bis heute nahezu unverändert erhalten.
Etta führte den bekannten Nachnamen Crumminga. Wahrscheinlich stammte ihre Großmutter
Enneke
verheiratet mit
Sybo Hoytken
aus dieser Familie; ebenso ist es möglich, dass eine ihrer Urgroßmütter den Namen Crumminga trug.
Die Verbindung zu diesem Geschlecht verlieh Ettas Herkunft zusätzliches Gewicht.
Der bekannteste Vertreter der Familie Crumminga war Dr. Geldericus Crummings (1590 - 1655),
der seine Bücher der Großen Kirche in Emden vermachte und damit den Grundstock zu dieser weltberühmten Bibliothek schuf.
Die Familie Crumminga starb 1670 vollständig aus.
Eine der eindrucksvollsten Gestalten im familiären Umfeld von Etta Haykens Crumminga war ihr Großvater Sybo Hoytken.
Der ostfriesische Geschichtsschreiber Ubbo Emmius bezeichnete ihn schlicht als "den Haikena".
Über mehr als drei Jahrzehnte, von 1494 bis 1528, war er "Amptmann up den Oort" sowie Drost und auf der Burg Leerort.

Festung Leerort im Jahr 16205
In dieser Funktion führt das Kommando auf der Burg, hatte die Obersaufsicht und Polizeigewalt. Ihm standen Landrichter, Amtmänner für die Justiz und der Rentmeister für die Erhebung der Einkünfte aus Grundbesitz zur Seite. 1495 trat Sybo als Vertreter der Grafen Edzard und Uko von Ostfriesland in Meppen auf.
Sibo Haikens "erfocht" als berühmter Feldhauptmann Edzard des Großen in der Sächsischen Fehde manchen Sieg.
Als Sächsische Fehde wird der kriegerische Konflikt zwischen dem ostfriesischen Grafen Edzard I.
und Georg von Sachsen in den Jahren 1514 bis 1517 bezeichnet.
Die Kampfhandlungen fanden überwiegend auf ostfriesischem Boden statt und zerstörten ganze Landstriche 6.
Im Jahr 1514 stand er als Drost mit Johan von Soest und dem Amtmann Ubbo Emmen (später Bürgermeister von Norden)
unter den erfolgreichen Verteidigern der Festung Leerort.
Bei Leerort entschied sich der Ausgang der Sächsischen Fehde und somit auch Ostfrieslands Schicksal.
Zwölf Tage lang beschossen braunschweigische Truppen die Festung mit 18 großen Geschützen.
Am 22. Juni 1514 forderten sie den Kommandanten der Festung, Johann von Soest, auf zu kapitulieren.
Am nächsten Tag schien es so, als ob die Braunschweiger sich auf den Sturm der Anlage vorbereiteten.
Um ihre bedrängten Landsleute in der Festung zu unterstützen, eröffneten daraufhin die Ostfriesen vom anderen Emsufer das Feuer.
Inmitten dieses Gefechts ereignete sich ein Vorfall, der legendären Charakter erlangen sollte.
Der Sohn des Geschützmeisters Sieke (oder Schicke), Johann Jacobs, bat darum,
eines der Geschütze, eine sogenannte Feldschlange abfeuern zu dürfen.
Er richtete die Kanone ein, feuerte sie ab und traf zufällig Heinrich von Braunschweig-Wolfenbüttel tödlich.
Die dadurch führerlos gewordene braunschweigische Truppe zog sich anschließend aus Ostfriesland zurück 6.
Der Ausgang der Sächsischen Fehde – und damit Ostfrieslands politisches Schicksal – war bei Leerort entschieden.
Auch in einem weiteren Feldzug zeigte sich Sybo Hoytken als ebenso erfahrener wie entschlossener Kriegsmann.
Die Überlieferung berichtet, wie er mit List und psychologischer Kriegsführung vorgingen.
„In der Fehde Edzards mit den Groningern befestigten letztere die Burg zu Mude (Muiden) mit Wall und Graben
und setzten von den Gilden Johann Hutfilter zum Kommandanten ein.
Dieser tapfere Sohn Groningens – im täglichen Leben ehrsamer Hutkrempeler – verweigerte »vört erste« dem Grafen die Übergabe seiner Festung.
Während Edzard mit dem Hauptheere nun vorwärts zog,
betraute er mit Wegnahme Muidens die beiden erprobten Kriegsmänner Sibo Hayken Krumminga und Otto Papen Loringa.
Als nun ihre Hartnäckigkeit dem Befehlshaber der Feste Unbequemlichkeit verursachte und er sich's merken ließ,
daß er nur eine passende Gelegenheit zur Übergabe suche, »hebben se eenen Raat bedacht,
und in dat Kloster Wittewerum geschicket und de groteste Karne (Butterkarne oder Butterungsfaß),
so in deme Kloster vorhanden, up eenen Wagen ahne Ledderen (leiterlosen Wagen),
dat apen achterwerts gekehrt (mit der Öffnung nach hinterwärts), leggen laten, und sess Peerden darvör geslagen,
die die neuerfundene Kanone zur Abendzeit vor die Festung schleppten, wo sie mit ihrem gewaltigen Schlunde auf das Tor gerichtet wurde.
Kaum hatten die tapferen Muidener, Jan Hoetfilter an der Spitze, das Ungetüm erschaut,
so entsank ihnen der Mut. Als nun gar die beiden Drosten Anstalt machten, das grobe Geschütz zum Sturme aufspielen zu lassen,
»so heft de Hovetmann Johann Hoetfilter sinen Hoot herutgesteken« und um eine Unterredung gebeten.
Und weil die Drosten seine männliche Haltung erkannten und verspürten, empfahlen sie ihn der Gnade des Grafen Edzard.
»So heft dan noch Grave Edsard der Menschen Bloot verschonet und den beiden befalen, dat Huus in sine Handen uptonemen,
und den Hoetfilter na der Stadt Groningen laten tehen, um sien Amt alldaer to vullvören.
Disse Gnade is dem Hoetfilter begegnet van Grave Edsard, darumme,
dat he sick so männlich tegen dat grave Geschütt, als de Botterkarne, geholden heft.« 7
Diese Episode, halb Kriegslist, halb Legende, steht sinnbildlich für Sybo Hoytkens Ruf:
ein Mann, der nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Verstand kämpfte.
Dass Etta Haykens Crumminga aus einer Familie stammte, in der militärische Führung,
politische Verantwortung und Loyalität gegenüber den Grafen Ostfrieslands tief verwurzelt waren,
verleiht auch der Ehe mit Menne thor Haseborgh eine zusätzliche historische Dimension.
Die Kanone von Wittewerum
von Harbert Harberts
Im Jahre Fünfzehnhundertundeins im Sommer hat
Es in den Ommelanden gewettert früh und spat;
Des Krieges Wolke hüllte die blüh'nde Landschaft ein,
Und um die Dörfer lohte der rote Flammenschein.
Vergeblich reifte golden im Felde rings die Saat,
Weil sie noch vor der Ernte des Rosses Huf zertrat;
Mit seiner Sense mähte allein der Schnitter Tod
Und dessen Spuren folgten der Kummer und die Not.
Graf Edzard von Ostfriesland gar schlimme Fehde hatt'
Dort in den Ommelanden mit Groningen, der Stadt,
Doch seinen Feinden zeigte mit seiner Streiterschar
Er täglich zur Genüge, was für ein Held er war.
In ihre Reihen hat er geschmettert Hieb auf Hieb
Und voller Wucht die Feinde er so zu Paaren trieb,
Daß sie von dannen stoben mit Ach und Wehgeschrei;
Die Seinen standen wacker dem tapf'ren Grafen bei. –
Von Leerort Sibo Haiken, der Drost, erhielt Befehl,
Ort Muiden zu erobern und rief: »Bei meiner Seel'!
Das scheint kein leichtes Stückchen; die Feste hält mir Stand.
Doch halt! ist Jan Hoetfilter darin nicht Kommandant?«
»Den Burschen muß ich kennen. Das ist ein solcher Held,
Dem, wie ich glaub', das Herze leicht in die Hosen fällt.
So'n bißchen Donnern wäre für den uns gar zu nütz,
Doch, leider Gottes! fehlet uns jegliches Geschütz.«
»Nun, was im off'nen Kampfe nicht immer möglich ist,
Erreicht man kluger Weise nicht selten doch mit List,
Und – bei der Jungfrau! – wenn ich darf meinen Augen trau'n,
So glaub' ich für Hoetfilter schon ein Geschütz zu schau'n.«
Beim Kloster Wittewerum hielt just der Kriegerhauf;
Dort blitzte in der Sonne es eben glänzend auf
Und eine Butterkarne erkannte man gar bald,
Mit Kupfer vorn beschlagen, von riesiger Gestalt.
»Legt mir die Butterkarne«, rief Sibo Haiken schnell,
»Nach vorne hin die Mündung, gleich auf ein Radgestell!
Dann spannet mir sechs Pferde in gleichen Reih'n davor
Und laßt gen Muiden schleppen mir dies Kanonenrohr!«
»Dort richten wir es gegen den Wall dann kurz und gut,
Und wenn nicht Jan Hoetfilter sofort verliert den Mut,
So soll der Narr mich beißen. Ich wette, daß erschreckt
Er Knall und Fall vor Abend noch seine Waffen streckt.«
Kaum hatten die Ostfriesen gehört des Drosten Wort,
So führten sie schon jubelnd die Butterkarne fort,
Und pflanzten sie vor Muiden auf Schussesweite auf;
Mit Zittern sah Hoetfilter den blankgeputzten Lauf.
So wie es Sibo Haiken ganz richtig prophezeit,
War er zur Übergabe im Handumdrehn bereit,
Und bat mit Zähneklappern – so mächtig war sein Graus –
Für sich und seine Krieger nur freien Abzug aus.
Als Jeder vor der Feste die Waffen abgelegt,
Sprach Sibo Haiken: »Sehet, wovor Ihr Furcht gehegt!
In Wittewerum brauchen die Mönche dieses Ding
Und, glaubt es mir, sein Nutzen ist wahrlich nicht gering.«
»Fährt darin auf und nieder der Puls, so gibt's im Nu
Ganz delikate Butter und Buttermilch dazu,
Und steu're ich die Grütze aus meinem Kopf noch bei,
So rühr' ich Euch zusammen den allerschönsten Brei.« –
Der Kommandant von Muiden zog ab mit Ach und Krach
Und die Ostfriesen sangen ihm diesen Spottreim nach:
»Hoetfilter denkt: O jerum! Nu weet ick dat genau:
In't Kloster Wittewerum daar lett mien Karmelk blau!«“ 7
Aus der Ehe zwischen Menne thor Haseborgh und Etta Haykens Crumminga gingen mindestens fünf Kinder hervor. Bekannt sind uns:
Thede Mennen:
Thede heiratete im Jahr 1604 Zehrte Diurtz. Geburtsdaten beider sind nicht überliefert.
Thede war Landbesitzer zu Mark und lebte in Weener.
Thede erbte von seiner Tante Anneke Haykens einen "sülvernen Beeker, ein Pundt schawr" (Rep. 234 62 S. 448).
Thede und Zehrte blieben kinderlos und sie errichteten am 12.11.1642 zu Leer ein gemeinsames Testament.
Zu dieser Zeit war es üblich, dass Ehepartner sich nicht gegenseitig beerbten;
das Auskommen des überlebenden Ehegatten wurde meist durch Nießbrauch gesichert.
In dem Testament erfährt man, dass Thede seiner Frau 1604 den Herd bei Weener "Die Haseborgh" als Hochzeitsgabe zugebracht hat
und sie alle seine Güter zeitlebens genießen soll.
Nach Zehrtes Tod soll der Besitz jedoch an die nächsten Anverwandten zurückfallen.
Der Herd Landes bei Weener "Die Haseborgh" sollte demnach seinen nächsten Anverwandten,
weilandt Doktor Zernemanns Witwe Etten und gleichfalls weiland Herrn Capitäns Folpt Harringas Witwe
oder an deren Stelle ihren Kindern ohne Einkürzung wieder restituiert und überantwortet werden (Rep. 234 203 S. 285).
Außerdem bedachte Thede seiner seligen Schwester Tyaken Töchter Tede und Hayke,
sowie seines seligen Bruders Hoykens Kinder Syben und (T)etten Hoyken mit jeweils 200 Thalern.
Die Auszahlung dieser Summe erfolgte am 2. März 1668 von Etta ter Haseborg, der Witwe Zernemann, durch den Amtmann Bucho Wiarda zu Leer.
Es quittieren: Haytet Siebens, "uth best van min vader", Etta (Tetta) Haykens, Menno Yagens (von Nüttermoer),
Jan Siebens "van wegen myn huesfrou" 1.
Zehrte Diurtz geriet später in einen Streit mit ihrer Nichte Etta und übertrug 1656 ihr gesamtes Vermögen an ihren Vetter Alrich Luppen,
Schüttmeister und Brauer zu Leer, wobei sie sich lediglich den lebenslangen Nießbrauch vorbehielt 1.
Die verstorbene Zehrte Diurtz zu Weener wurde hoch besteuert,
da sie neben dem Heerd noch ein Baumaterialiengeschäft besaß, das sie von ihren Eltern geerbt hatte.
Anna Mennen:
Im April 1589 stirbt die erste Frau vom Häuptling Isept von Hatzum (1546-1611), vermutlich im Kindbett.
Im selben Jahr heiratet er Anna Mennen ter Haseborg, vermutlich um sein neugeborenes Kind zu versorgen.
Wir kennen vier Kinder dieses Paares.
Wiart Mennen von der Haseborg:
1574 und 1632 wurde er in der Bauernrolle als Vollerbe genannt.
Zwischen dem 29.10.1602 und dem 01.01.1604 war er als Rentmeister für die Einnahmen und Ausgaben der Klöster Barthe
und Meerhausen verantwortlich (Rep. 4 B IV I 60).
Er hatte Grundbesitz zu Stapelmoor (1616) verfügte über einen Kirchensitz zu Weener (1632).
Er war mit Foelque N.N. verheiratet; aus der Ehe gingen mindestens zwei Kinder hervor.
Hoytet Mennen thor Haseborgh:
Er wurde 1574 in der Bauernrolle genannt und wir wissen, dass er 1599 in Weener seinen Wohnsitz hatte. Er starb vor dem Jahr 1642.
Mit seiner Frau bekam er drei uns bekannte Kinder.
Tyacke Mennen von Haeseborch:
Am 21.11.1631 setzte ihr Kusine Anneke Haykens, in ihrem zu Emden errichteten Testament,
die Verwandtschaft ter Haseborg als Haupterben ihrer Besitztümer in Kirchborgum und Böhmerwold ein.
Ihre 1597 erwähnten Kinder leben bereits nicht mehr (Rep. 234 62 S. 448).
Ihrer Nichte Tiatze Mennes von Haeseborch vermachte sie persönliche Kleidungsstücke, ihren "schwarten Loken Rock
mit schwart blomet sameten lijfke und einen siden Schorteldock" 8.
Tyacke starb im Zeitraum von 1632 bis 1642.
An der Kirche in Weener befindet sich der stark abgetretene Grabstein von Menne thor Haseborgh und seiner Frau Etta. Teile der Inschrift sind auf ihrem stark abgetretenen Grabstein bis heute erhalten, ebenso das Allianzwappen beider Familien. Die Inschrift auf dem Grab lautet:
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