Der Stammbaum der Familie ter Haseborg

Die Reise unserer Familie durch die Zeit.

Die Familie des Jan Mennes ter Haseborg

Familiärer und regionaler Hintergrund

Jan Mennes ter Haseborg wurde am 12. Juni 1779 als viertes von fünf Kindern in Zuidend Rot te Weener geboren. Er entstammte einer wohlhabenden und gesellschaftlich etablierten Familie.
Seine Eltern, Menno ter Haseborg (1738-1808) und Gepke Goemans (1738-1813), waren sogenannte „landgebruiker“ und besaßen einen eigenen Hof „Herd“. Über seine Eltern ist an anderer Stelle mehr zu lesen.
Seine Familie blieb der Landwirtschaft eng verbunden, seine Brüder wurden später Landwirte in Weener und seine Schwestern heirateten Landwirte in Ostfriesland bzw. den Niederlanden.
Jan Mennes ging einen anderen Weg. Über seine Großeltern väterlicherseits bestanden enge Verbindungen in die Niederlande. Der Großvater Focko Janssen ter Haseborgh (1707–1759) hatte in Groningen Theologie studiert und war Pastor in Mitling und Weener. Die Großmutter Grietje Steven Wolthyus (1700–1769) stammte aus Scheemda.
Ein wichtiger Bezugspunkt war sicher auch der Onkel Jan ter Haseborg (1735–1808), der als Deputierter (Abgeordneter) in Scheemda lebte, unverheiratet blieb und seinen Neffen Jan Mennes als Erben einsetzte. Bereits vor dem Tod des unverheirateten Onkels kam Jan Mennes mit Anfang zwanzig als Geschäftspartner nach Scheemda.
Diese familiären Beziehungen entwickelten sich in einem politisch wechselhaften Umfeld: Ostfriesland gehörte ab 1744 zu Preußen, wurde 1806 Teil des Königreichs Holland und 1810 dem niederländischen Département Ems-Occidental mit Sitz in Groningen zugeordnet1.

Erste Ehe mit Haika Steehman


Im Jahr 1807 heiratete Jan Mennes ter Haseborg im Alter von 28 Jahren die Niederländerin Haika Stheman (1778-1821). Sie stammte aus einer angesehenen, wohlhabenden Familie. Ihr Vater Albert Egges Stheeman (1748-1829) war Großgrundbesitzer, Ziegeleibesitzer und Vorsitzender des Gemeinderats in Scheemda.

Das Ehepaar bekam in den Jahren 1808 bis 1815 in Scheemda vier Kinder: Albert Egges (1808–1842), Menno Jan (1811–1881), Ubbo Everts (1813–1841) und einen Sohn, der tot geboren wurde.
Jan Mennes ließ Porträts von sich, seiner Frau Haika und seinen Kindern durch Berend Kunst in Scheemda anfertigen2.


Jan Mennes ter Haseborg

Geboren am 12. Juni 1779 in Zuidend Rot te Weener.
Gestorben am 17. Januar 1845 in Scheemda.


Menno Jan ter Haseborg

Geboren 4. April 1811 in Scheemda.
Beruf: Jurist und Bürgermeister von Hoogezand
Gestorben 9. Mai 1881 in Scheemda.


Albert Egges ter Haseborg

Geboren am 23. August 1808 in Scheemda.
Beruf: Steinfabrikant
Gestorben am 23. April 1842 in Scheemda.


Haika Stheeman

Getauft am 26. Juli 1778 in Scheemda.
Gestorben am 31. Juli 1821 in Scheemda.


Ubbo Evers ter Haseborg

Geboren am 15. April 1813 in Scheemda.
Beruf: Medizinstudent an der Universität Groningen
Gestorben am 31. Dezember 1841 in Scheemda.

Beruflicher Werdegang und wirtschaftliche Tätigkeit

Nach dem Tod seines Onkels im Jahr 1808 übernahm Jan Mennes das Tuch- und Holzgeschäft sowie den Kalkofen am Winschoterdiep-Kanal. Der Standort war aufgrund der guten Schiffbarkeit und der verfügbaren Frischwassermengen bewusst gewählt. Das Unternehmen bestand mindestens bis 1847 und blieb im Familienbesitz; die Kalkrösterei wurde vermutlich um die Jahrhundertwende stillgelegt und abgerissen.3. Nach familiärer Überlieferung befand sich das Tuchgeschäft in einem Gebäude in der Esbörgstraat, dem Laden von Martha und Egbert Blaauw. Dies erscheint plausibel, da das 1774 errichtete Haus bereits im Besitz der Familie Stheeman war.
Die Überlieferung besagt weiter, dass der Tuchhändler einmal jährlich mit der Postkutsche nach Amsterdam reiste, um einzukaufen. Dabei trug er eine beträchtliche Menge Bargeld auf der langen und gefahrvollen Reise durch Drenthe, über Amersfoort und durch die Veluwe. Am Sonntag vor seiner Abreise wurde in der Kirche von Scheemda für eine gute Reise und eine sichere Rückkehr gebetet. 6

Über das Haus in der Torenstraat ist aus dieser Zeit nur wenig bekannt. Es wird ein großes Gebäude mit ungewöhnlich breitem Flur beschrieben, der möglicherweise als Verkaufsraum diente. Eine weitere, als Legende überlieferte Episode betrifft die Zeit des französischen Rückzugs im Dezember 1813: Während der Befreiung von den Franzosen, so die Legende, ritten die "unzivilisierten" Kosaken mit ihren kleinen Pferden in den Flur und aßen das Fleisch, das in der Küche hing. Später machte Ter Haseborg gute Geschäfte mit den Kosaken und lieferte ihnen Stoffe.6

Von 1813 bis 1816 war er Bürgermeister "schout" von Scheemda, zur Zeit der Herrschaft Louis Napoleon Bonaparte. Sein Vorgänger Harm Hesse war im Zuge des politischen Umbruchs zurückgetreten. Das Amt scheint Jan Mennes jedoch wenig zugesagt zu haben; am 30. Juli 1816 bat er den Bezirkskommissar J. R. Modderman dringend um seine Entlassung aus dem Dienst.6

Kaufmann Ter Haseborg war anschließend in verschiedenen Bereichen tätig. Nach dem Tod seines Schwiegervaters führten zunächst die Erben der Familie Stheeman die Ziegelei, die 1802 am Scheemderzwaag gegründet worden war. Trotz schwieriger Anfangsjahre infolge der politischen und wirtschaftlichen Umbrüche der französischen Zeit konnte sich der Betrieb behaupten und stellte später unter anderem Entwässerungsrohre für die Landwirtschaft her. Die Ziegelei ging anschließend in den Besitz der Familie ter Haseborg über und blieb bis 1899 im Familienbesitz.

Parallel dazu wandte sich Jan Mennes verstärkt der Landwirtschaft zu. Er erwarb einen Bauernhof in der Oosterstraat von der Familie Hesse sowie weiteres Land. 1836 wurde ein neues Bauernhaus errichtet, das vom ersten Knecht bezogen wurde, während die Familie weiterhin in der Torenstraat wohnte.6

Zweite Ehe mit Sophia Pelinck

Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Haika im Jahr 1821 heiratete er im Jahr 1825 erneut. Seine zweite Frau war
Sophia Pelinck (1801-1866). Es wird sich um eine bemerkenswerte Ehe gehandelt haben, denn Jan hatte im Alter von 46 Jahren schon drei erwachsene Söhne, seine zweite Frau war bei der Eheschließung hingegen erst 24 Jahre alt. Die beiden werden sich schon seit vielen Jahren gekannt haben, da sie, als Tochter des "predikanten" nur einen Steinwurf entfernt im Pfarrhaus gegenüber der Kirche wohnte.
Sophia wird als klug, selbstsicher und unternehmungslustig beschrieben. Aus ihrer Jugend ist eine Episode überliefert, die sich während des französischen Rückzugs 1813 ereignet haben soll und die ihren selbstbewussten Charakter widerspiegelt: Während des Rückzugs wurden mehrere Zivilisten von Soldaten ausgeraubt. Die zwölfjährige Sophia beobachtete die fliehenden Franzosen vom oberen Fenster des Pfarrhauses aus. Plötzlich erblickte einer der jungen Offiziere sie. Er hielt sein Pferd an und grüßte sie höflich mit „Bonjour madame“. Pfarrer Jan Pelinck blieb nichts anderes übrig, als den Offizier hereinzubitten und ihm ein Glas Wein anzubieten.
Später widmete sie sich verschiedenen künstlerischen Bereichen. Erhalten geblieben sind unter anderem ein handgeschriebener Gedichtband, eine Reihe wunderschöner, mit farbiger Tinte gemalter Blumenarrangements und ein Reisebericht von einer Reise nach Bremen. 6

Der Familientradition zufolge verkaufte Jan ter Haseborg nach seiner Heirat mit Sophia Pelinck das Stoffgeschäft und das Holzunternehmen. Das Stoffgeschäft wurde von Ligtenberg übernommen, das Holzunternehmen von der Familie Crol.6


Sophia Pelinck

Geboren am 28. Mai 1801 in Havelte.
Gestorben am 12. März 1866 in Scheemda.

Aus dieser Ehe gingen zwischen 1826 und 1839 vier weitere Kinder hervor: Jan Pelinck (1826 - 1849), Henrica Gepkea (1828 - 1864), Gephard Pieter (1833 - 1921) und Magrietha Mechelina (1839 - 1918). Die Familie lebte auf dem Gelände an der Torenstraat in Scheemda, wo später die markante Villa der Familie ter Haseborg errichtet wurde.
Im Bevölkerungsregister von 1830 lebten neben den Familienangehörigen auch ein siebzehnjähriger Lauf- und Gartenjunge Wubbo Wiltes Rendering, das fünfzehnjährige kleine Mädchen Geertje Hillenga und das große Mädchen Trijntje Mulder, vierundzwanzig.6

Jan Mennes ter Haseborg starb am 17. Januar 1845 im Alter von 66 Jahren in Scheemda.
Sohn Menno Jan schrieb darüber in seinem Tagebuch: Er starb in Scheemda in den Armen seiner zweiten Frau, meiner "stedemoeder" Sophia Pelinck.
Er wurde auf der Nordseite der Scheemder-Kirche begraben. Sein Grabstein trägt das Familienwappen.
Seine Frau Sophia Pelinck, die am 12. März 1866 starb, erhielt einen letzten Ruheplatz auf dem neuen Friedhof, da der alte inzwischen geschlossen war.6

Die Kinder und ihr weiterer Lebensweg


Fünf der acht Kinder starben früh.
Jan Pelinck ter Haseborg starb 1849 im Alter von 23 Jahren nach mehrwöchiger Krankheit ("na eene ziekte van eenige weken").
Henrica Gepkea verheiratet mit Johan Elzard Hesse, wurde nur 36 Jahre alt.
Besonders einschneidend für die Familie war sicher der nahezu zeitgleiche Tod der Söhne Albert Egges (34 Jahre) und Ubbo Evers (29 Jahre), deren Sterbedaten nur drei Monate auseinanderlagen. Beide sind gemeinsam auf einer Grabplatte in Scheemda verzeichnet. Albert hatte offenbar die Ziegelei übernommen, Ubbo starb während seines Medizinstudiums an der Universität Groningen.
Der Sohn Menno Jan schlug eine juristische Laufbahn ein. Er studierte Jura und wurde Rechtsanwalt in Hoogezand, 1849 der erste Sekretär der "Vereniging tot Plaatselijk Nut" und 1850 Bürgermeister von Hoogezand. Dieses Amt bekleidete er bis 1856 und zog sich dann in seine Heimatstadt zurück.

Menno Jan ter Haseborg

ca. 1856
Quelle: https://nl.wikipedia.org/wiki/Menno_Jan_ter_Haseborg


Die Tochter Magrietha Mechelina blieb unverheiratet im Elternhaus wohnen und starb im Alter von 79 Jahren in Scheemda.
Gephard Pieter heiratete
Jantje Goukes und war als landgebruiker, landbouwer und wethouder, Kirchenvogt und Schöffe tätig. Er lebte nach seiner Heirat auf dem Bauernhof in der Oosterstraat. Er errichtete 1905 die Villa in Scheemda, die später von seinen drei unverheirateten Töchtern und ihrem Personal bewohnt wurde4.


Villa in Scheemda

1903 erbaut von Gephard Pieter ter Haseborg
Quelle: https://www.wikiwand.com/nl/Scheemda

Quellenverzeichnis

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Ostfrieslands
  2. https://www.wazamar.org
  3. http://dorpsbelangenscheemda.nl
  4. Zimmermann, Jan-Dirk: Familienbuch der ev.-ref. Kirchengemeinde Weener (1674 - 1900), Nr. 5825
  5. Dagblad van het Noorden, 22 Juli 2005
  6. https://sites.google.com/view/historischeverenigingscheemda/oude_artikelen/36_1
  7. www.arcinsys.niedersachsen.de
  8. Ites, Mathilde: Die ostfriesische Familie ter Haseborg, In: Quellen und Forschung zur ostfriesischen Familien- und Wappenkunde, 1954
  9. Groenbroek, J.J.: Historische Vereniging Scheemda en Omstreken: Het huizen- en grondbezit van de familie Stheeman


 

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